BAT-Training

Nachdem ich das von der Amerikanerin Grisha Stewart entwickelte Behavior Adjustment Training, kurz BAT, 2015 in einem von mir veranstalteten Seminar mit der bis dato einzigen zertifizierten BAT-Trainerin (CBATI) in Deutschland, kennenlernen durfte, war ich seither fasziniert von diesem sanften, völlig gewaltfreien und hundegerechten Konzept.
2019 hatte ich endlich die Gelegenheit an einem erstmalig in Deutschland angebotenen, anspruchsvollen Zertifizierungskurs, der mit einer dreitägigen schriftlichen und praktischen Prüfung endete, teilzunehmen.

Nunmehr bin ich eine von derzeit zehn CBATIS in Deutschland (Stand 08/19) und von der BAT Gründerin Grisha Stewart autorisiert, BAT 2.0 in Theorie und Praxis zu lehren.

Besonders geeignet ist BAT für ängstliche, frustrierte oder aggressive Hunde.

Aber auch für Hunde, die keine offensichtlichen Auffälligkeiten im Verhalten zeigen, ist es eine wunderbare Möglichkeit, entspannt und selbstsicher den Alltag zu bewältigen. Auch mit Welpen kann bereits nach der BAT-Philosophie gearbeitet werden.BAT ist meiner Erfahrung nach das fairste, freundlichste und effektivste Vorgehen, Hunde auf hundegerechte Art und Weise mit Umweltreizen vertraut zu machen. Dabei kommt das Prinzip des fehlerfreien Lernens zum Tragen, d.h. die Trainingsbedingungen werden so gestaltet, dass der Hund so gut wie keine unerwünschte Reaktionen ("Fehler") zeigen muss.  Denn es ist bekannt, dass sich Fehler beim Erlernen von neuen Verhaltensweisen negativ auf den Lernerfolg auswirken und beim Lernenden zu Frustration, Resignation und Aggression führen können.

BAT ist ein ganzheitlicher Ansatz - auf das physische und psychische Wohlbefinden des Hundes auch außerhalb des Trainings wird sehr großer Wert gelegt. Als zertifzierte Trainerin für stressbedingte Verhaltensauffälligkeiten beim Hund (SVH) kann ich zusätzlich aus einem umfangreichen Repertoire schöpfen, um Ihnen und Ihrem Hund zu einem entspannten Zusammenleben zu verhelfen.

Beim BAT Training ist es sehr wichtig, dass der Mensch das Ausdrucksverhalten seines Hundes/dessen Körpersprache gut lesen lernt, die Bedürfnisse des Hundes verstehen lernt und ihn unterstützt, wenn er die Hilfe des Menschen in einer für ihn konfliktbehafteten Situation benötigt.
Der Hund bekommt von uns Menschen die Möglichkeit, selber richtige, konfliktvermeidende Entscheidungen im Alltag zu treffen. Dazu gibt der Mensch dem Hund den Raum und die Zeit, die er braucht, um diese für ihn natürlichen Verhaltensweisen zeigen zu können.
Im Training wird in kleinen Schritten vorgegangen, der Hund soll sich möglichst immer in seiner "Sicherheitszone" befinden, denn nur so sind effektive Lernerfolge möglich.
Dadurch, dass der Hund selbständig entscheiden kann, zu einem mit Stress behafteten Reiz (anderer Hund, Mensch, Auto etc.) Distanz aufzubauen, sich abzuwenden und sich dadurch entspannen zu können, gewinnt der Hund Vertrauen, sowohl in sich, seine Menschen als auch seine Umwelt. Ausgerüstet mit diesem Vertrauen verändern sich die Emotionen des Hundes - er ist in der Lage, mit zukünftigen Begegnungen dieser Art ruhig und mit einem positiven Gefühl umgehen.

Der Hund soll durch BAT Selbstwirksamkeit erleben und von unseren Hilfen unabhängig werden. Die wertvollsten Belohnungen kann der Hund durch und aus seiner Umwelt erhalten, in dem er sich darin so bewegen kann, wie er es für ein entspanntes, positives Gefühl braucht. Deshalb sind gut durchdachte Trainingsbedingungen und ein sorgfältig ausgewähltes Trainingsumfeld so entscheidend für nachhaltige Verhaltensänderungen, die der Hund dann auch in seinen normalen Alltag übernehmen kann.

Entscheidend für ein effektives BAT Training ist das spezielle Leinenhandling, das dem Hund größtmögliche Freiheit, Sicherheit und Kontrolle über sich und seine Umwelt gibt. Der Hund soll sich durch die Leine so wenig wie möglich begrenzt fühlen - die Leine wird in beiden Händen gehalten, sie soll locker durchhängen und Hund und Mensch sich so in Balance befinden.

Die BAT Trainings (set ups) werden so gut organisiert und strukturiert, dass der Hund und vor allem auch der Mensch befähigt werden, BAT zu erlernen. Es wird auf der Distanz gearbeitet, in der der Hund sich sicher fühlt und sich so stressfrei mit dem entsprechenden Reiz auseinander setzen kann. Das sieht im Idealfall so aus, dass der Hund sich ruhig und langsam, am besten schnüffelnd, bewegt, die Umwelt erkundet und immer wieder höfliches, konfliktvermeidendes Verhalten zeigen und üben kann.

Es macht keinen Sinn, einen Hund, der höfliche, stressfreie Kontakte zu seinen Artgenossen lernen und üben soll, in eine (Freilauf-) Gruppe zu stecken. Die meisten Hunde sind in solchen Gruppen heillos überfordert und entwickeln Strategien für ihre Sicherheit, die sich im Verlauf sehr häufig in (leinen) reaktivem Verhalten anderen Hunden gegenüber äußern.

Durch BAT- Training können Hunde mit derartigen Vorerfahrungen wieder sicheres und höfliches Sozialverhalten lernen.

Wenn Sie sich auf diesen Umgang, dieses Training einlassen können, werden Sie eine völlig neue Art im Zusammenleben mit Ihrem Hund erleben - ein Umgang, der auf Kommunikation, Vertrauen und Sicherheit basiert, jenseits von Kommandos, Unterordnung, Druck und Zwang.